JULI 2019 – GUTSANLAGE SCHLOSS TREBNITZ

Die Gustav Seitz Stiftung hat ein neues Zuhause gefunden – an einem Ort, wo sich Jugendliche aus Weißrussland, Heilpädagogik-Studenten aus der Schweiz, Kunst-Interessierte aus Berlin und Dorfbewohner begegnen: Die Gutsanlage Schloss Trebnitz.

Hier wurde von der Stiftung am 11. September 2017 – dem 111. Geburtstag des bedeutenden Künstlers der Nachkriegszeit (1906–1969) – das Gustav Seitz Museum eröffnet. Es ist Brandenburgs erstes Bildhauermuseum, das einem einzigen Künstler gewidmet ist. Das Museum befindet sich im ehemaligen Waschhaus, einem denkmalgeschützten Wirtschaftsgebäude der historischen Gutsanlage Schloss Trebnitz. Das Gebäude wurde im Winter 2016/17 mit Hilfe von EU-Fördermitteln saniert.

Die Eröffnung des Gustav Seitz Museums vollendete schließlich den schrittweisen Umzug der Stiftung von Hamburg nach Trebnitz. Hier befindet sich nun der gesamte Nachlass des Künstlers, vor ungefähr 30 Jahren von seiner Witwe in die Stiftung eingebracht. Es handelt sich dabei um 170 Skulpturen in Bronze, rund 4500 Zeichnungen und Druckgrafiken sowie Notizen und Möbel, wie der Schreibtisch des Künstlers.

In der öffentlichen Dauerausstellung wird daraus eine repräsentative Auswahl des bildhauerischen Schaffens des Künstlers gezeigt, neben den Werken findet man hier auch zahlreiche Publikationen, Informationsbroschüren und Postkarten im Angebot. Aus dem Fundus der Stiftung werden Leihgaben für externe Präsentationen zur Verfügung gestellt. Zur Erinnerung an Gustav Seitz und zur Kontextualisierung seines Lebens und seines Werks werden zudem Sonderausstellungen initiiert.

Das Besondere an dem Standort des Museums liegt nicht nur in der ländlichen Umgebung sondern zuallererst in der Nähe zu dem internationalen Bildungs- und Begegnungszentrum Schloss Trebnitz. Denn als „Zentrum für Kunst- und Kulturpädagogik“ verwirklichen hier beide Organisationen gemeinsame Ziele: Die Einlösung des Bildungsanspruchs des Museums und die gleichzeitige Verknüpfung mit dem kunst- und kulturpädagogischen Angebot der Bildungsstätte. Für diese Aufgabe zuständig ist seit Beginn 2018 eine Mitarbeiterin, die nicht nur Kinder- und Jugendgruppen durch die Ausstellung führt, sondern auch in Zusammenarbeit mit Kolleginnen aus der Bildungsstätte Projekte und Veranstaltungen betreut.

Doch nicht nur diese besondere Zusammenarbeit macht das Alleinstellungsmerkmal des Museum aus, denn der Besuch lohnt gleich mehrfach: In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich in der ehemaligen Remise des Gutsgeländes das Trebnitzer Dorfzentrum. Hier bieten ein Laden und ein Cafébetrieb die Möglichkeit, regionale Produkte zu erwerben und eine Kaffeepause einzulegen. Bei schönem Wetter kann man häufig Kinder- und Jugendgruppen bei Projektaktivitäten erleben und für einen Spaziergang bietet sich der große Schlosspark an, der sich hinter Schloss und Gemeinde-Sportplatz über 27 h erstreckt. Einen schöneren Ort kann man sich für die lebendige Vermittlung von Kunst kaum vorstellen.